Feuerwehr Winsen (Aller) setzt vorübergehend auf „bürgergestützte Löschwasser-Erstversorgung“

Symbolbild Löscheimer

Die Feuerwehr Winsen (Aller) hat bekanntlich bereits ein neues Tanklöschfahrzeug als Ersatz für das im Jahr 2000 in Dienst gestellte Tanklöschfahrzeug 16/25 bestellt. Aufgrund der aktuell angespannten Liefersituation bei Feuerwehrfahrzeugen ist jedoch nach derzeitigem Stand davon auszugehen, dass das neue Fahrzeug voraussichtlich erst im Jahr 2029 ausgeliefert werden kann.

Um die Zeit bis zur Indienststellung des neuen Fahrzeugs bestmöglich zu überbrücken, hat die Feuerwehr Winsen (Aller) nun gemeinsam mit Verwaltung und Fachberatern ein neues Übergangskonzept vorgestellt. Ziel ist es, die örtliche Löschwasserversorgung im Gemeindegebiet bis zur Auslieferung des Neufahrzeugs durch ergänzende Maßnahmen aus der Bevölkerung zu unterstützen.

Kern des neuen Konzeptes ist die sogenannte „bürgergestützte Löschwasser-Erstversorgung“. Diese sieht vor, dass Bürgerinnen und Bürger im Einsatzfall kleinere Wassermengen zur Erstmaßnahme selbst bereitstellen, um die Zeit bis zum Eintreffen der Feuerwehr taktisch sinnvoll zu überbrücken. Nach Angaben der Feuerwehr könne dadurch insbesondere bei Entstehungsbränden wertvolle Zeit gewonnen werden.

Hierzu werden am 1. April in der Zeit von 16:00 bis 17:00 Uhr am Feuerwehrgerätehaus Winsen (Aller) erstmals sogenannte Löscheimer-Sets für Privathaushalte ausgegeben.

Die Sets bestehen wahlweise aus:

  • einem Standard-Löscheimer für Einfamilienhäuser und kleinere Grundstücke
  • einem Doppel-Löscheimer mit Tragebügel für Mehrpersonenhaushalte
  • einem Nachbarschafts-Set mit zwei Eimern und Einsatzhinweiskarte zur Bildung einer geordneten Eimerkette

Zusätzlich empfiehlt die Feuerwehr allen Haushalten, bereits jetzt einfache vorbereitende Maßnahmen zu treffen. Dazu zählen insbesondere:

  • das Bereithalten von gefüllten Regentonnen oder Wasserbehältern
  • die taktisch günstige Lagerung von Eimern in Garage, Garten oder Hauswirtschaftsraum
  • die frühzeitige Benennung eines „Eimerkettensprechers“ pro Straßenzug
  • eine erste Lageerkundung im Brandfall durch ruhige, aber zügige Nachbarschaftshilfe
  • die Sicherstellung kurzer Wege zwischen Wasserentnahmestelle und Schadensort

Wie aus Feuerwehrkreisen verlautet, sei insbesondere das hohe Alter des bisherigen Tanklöschfahrzeugs sowie die ungewisse Wartezeit bis zur Lieferung des Nachfolgers Anlass gewesen, über alternative Übergangslösungen nachzudenken. Das bisherige Fahrzeug habe über viele Jahre zuverlässig seinen Dienst versehen, stoße aber angesichts der heutigen Anforderungen und der langen Beschaffungsdauer moderner Einsatzfahrzeuge zunehmend an praktische Grenzen.

„Wenn das neue Tanklöschfahrzeug erst 2029 kommt, müssen wir bis dahin neue Wege gehen“, heißt es aus dem Umfeld der Planungen. Die Einbindung der Bevölkerung sei dabei nicht nur ein pragmatischer, sondern auch ein gemeinschaftsstärkender Ansatz. Man sehe darin eine moderne Form des vorbeugenden Brandschutzes mit lokalem Bezug.

Für besondere Lagen, etwa brennende Hecken, Müllbehälter oder kleinere Anbauten, sollen die Löscheimer nach Vorstellung des Konzeptes eine erste wirksame Zwischenmaßnahme ermöglichen. Nur bei größeren Schadenslagen, Dachstuhlbränden oder ausgedehnten Vegetationsbränden bleibe es selbstverständlich bei der klassischen Alarmierung der Feuerwehr.

Die Ausgabe der Löscheimer erfolgt ausschließlich am 1. April von 16:00 bis 17:00 Uhr am Feuerwehrgerätehaus. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Pro Haushalt werden maximal zwei Eimer ausgegeben. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, zur Abholung nach Möglichkeit eine stabile Tragehilfe mitzubringen.

Die Feuerwehr Winsen (Aller) bedankt sich bereits jetzt für das Verständnis und die Unterstützung der Bevölkerung bei der Umsetzung dieser zukunftsweisenden Übergangslösung.

Freiwillige Feuerwehr Winsen (Aller)

Stechinellistr. 4
29308 Winsen (Aller)